Ziel der Arbeitsstelle ist es, langfristig auf den Benelux-Raum ausgerichtete Expertise in Forschung und Lehre zu bündeln, zu vertiefen und dauerhaft zu institutionalisieren. Parallel ist der Kontakt und Austausch mit einer breiten Öffentlichkeit über diesen Kulturraum ein wichtiges Anliegen, um gesellschaftliche Transformationsprozess mit evidenzbasiertem Wissen anzuregen und verantwortungsvoll zu unterstützen.

Aufgaben

Erforschung der Verflechtungen der Beneluxstaaten miteinander und mit ihren europäischen Nachbarn

Der Verbund der Beneluxländer ist wissenschaftlich bislang weder als Region in den Blick genommen worden, noch in ihrer Gesamtheit als Kulturraum. Im Fokus der Arbeitsstelle Benelux-Studien stehen daher sowohl interdisziplinäre Untersuchungen der internen Verflechtungen, die diesen Kulturraum prägen, als auch Verbindungen des Benelux-Staatenverbunds mit seinen Nachbarn Deutschland und Frankreich. In diesem Kontext bilden der Austausch und die Zusammenarbeit der Benelux-Staaten mit verschiedenen Nachbarregionen ein wichtiges Arbeitsfeld, insbesondere im Rahmen von Benelux+ und der Kooperation mit Nordrhein-Westfalen.

Die Forschungen werden nicht nur direkt in den transdisziplinären und interfakultativen Master-Studiengang BeNeLux-Studien (Romanistik, Geschichte, Germanistik, Wirtschaftswissenschaften, Zentrum für Sprachlehre/Niederländisch) eingespeist, sondern im Dialog mit den Studierenden weitergeführt.

Analyse politischer, wirtschaftlicher und kultureller Facetten des Benelux-Raums als Kernregion Europas

Der Staatenverbund der Beneluxländer ist ein kulturelles, politisches und ökonomisches Zentrum Europas. Er hat maßgeblich die Entwicklung des europäischen Kontinents geprägt. Die gemeinsame Geschichte und geteilte aktuelle politische, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklungen zeigen diese zentrale Rolle des Beneluxverbunds auf.

Aufbau eines internationalen wissenschaftlichen Dialogforums

Die Zusammenführung nationaler und internationaler Forschungsperspektiven auf den Benelux-Raum ist bisher noch nicht erfolgt. Eine Forschung über den Benelux-Raum von einem deutschen Forschungsstandort kann nur im engen Austausch mit internationalen Forschungseinrichtungen, insbesondere aus der Benelux-Region gelingen.

Wissenstransfer über den Benelux-Raums

Die Benelux-Region und ihre Nachbarn stehen aktuell vor großen gemeinsamen Herausforderungen und Chancen. Die Arbeitsstelle hat daher sowohl die Funktion einer Forschungseinrichtung als auch die einer Transfereinheit. Durch die wissenschaftliche digitale Plattform BeneluxNet erreicht sie eine breite Öffentlichkeit. Wissenstransfer entsteht im Zusammenspiel von Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Es ist die Aufgabe der Arbeitsstelle Benelux-Studien, Transformationsprozesse wie Kulturtransfer und -wandel, Grenzbildung und -überschreitungen, Regionsbildung und -abbau wissenschaftlich fundiert zu begleiten und hierfür gut verfügbares Material auf dem BeneluxNet zur Verfügung zu stellen.

Der Benelux-Raum als Gegenstand von schulischer Bildung

Das Wissen über die Beneluxstaaten, ihre Verflechtungen und große wirtschaftliche und kulturelle Bedeutung ist in Deutschland und Europa nicht sehr ausgeprägt. Durch enge Zusammenarbeit mit Schulen und Hochschulen sowie die Erarbeitung von Unterrichtsmaterialien kann diese Informationslücke bearbeitet werden.

Handlungsfelder und Maßnahmen

Forschung
  • Forschung im Bereich der drei thematischen Schwerpunkte des BeneluxNet: Geschichte, Kultur sowie Politik & Wirtschaft.
  • Fortführung und Ausbau bestehender Reihen, in denen bereits in diesem Forschungsfeld wichtige Forschungsergebnisse erarbeitet wurden, so  u. a. „Weg(e) zur Benelux-Union“, „Die Benelux-Union und ihre Außenbeziehungen“, „Queerbezüge im Benelux-Raum“, „Mehrsprachigkeit in Brüssel, Amsterdam und Luxemburg-Stadt“ sowie „Bevölkerung der Benelux-Staaten“.
  • Empirische und vergleichende Studien zu Benelux-Identität, grenzüberschreitender Zusammenarbeit und sprachlich-kultureller Aushandlung (Anknüpfung an vorliegende Forschungsbeiträge des BeneluxNet, wie z.B. die Umfrage zur Benelux-Identität in den drei Beneluxländern.
  • Historische Tiefenerschließung des Benelux-Raums von seinen frühen Vorläufern bis zur Gründung und Entwicklung der Benelux-Union seit 1944.
  • Förderung studentischer Forschung im Rahmen des Master-Studiengangs BeNeLux-Studien (Praxisprojekte, Abschlussarbeiten).
Lehre und akademische Ausbildung
  • Enge inhaltliche Verzahnung mit dem Master-Studiengang BeNeLux-Studien; Bereitstellung von Praxisprojekten und digitaler Ausbildung für Studierende.
  • Weiterentwicklung ergänzender Lehrangebote mit Benelux-Bezug in Kooperation mit den beteiligten Fächern (Geschichte, Romanistik, Germanistik, Wirtschaftswissenschaften, Niederländisch).
  • Einbindung von Studierenden in die redaktionelle und inhaltliche Arbeit des BeneluxNet als Bestandteil der praktischen Ausbildung. Erfolgt bereits seit drei Jahren.
Bildungstransfer (Schule)

Praxispartner: Gymnasium Theodorianum, Paderborn

  • Ausbau des Angebots „Benelux für die Schule“, insbesondere der analogen und digitalen Themenkoffer, die im Juni 2026 vorgestellt wurden (Themenschwerpunkte: „Kulinarik im Benelux-Raum“, „Lernen im Beneluxraum“, „Radtouren durch Belgien und seine Grenzregionen“, „Reise durch die Hauptstädte des Benelux“). Sie stellen innovative mobile, analog-digitale Vermittlungsformate dar.
  • Entwicklung von Unterrichtsmaterialien für den fremdsprachlichen Französisch- und Niederländischunterricht sowie für den Geschichtsunterricht mit Benelux-Bezug.
  • Kooperation mit Schulen (z. B. fortlaufende Austauschformate wie Radtourenprojekte) zur Förderung inter- und transkulturellen Lernens.
Digitale Wissenschaftskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit
  • Kontinuierliche redaktionelle Betreuung und inhaltliche Weiterentwicklung der Plattform BeneluxNet (Texte, Infografiken, Karten, Videos, Podcasts, Bilder, interaktive Angebote).
  • Ausbau der Social-Media-Präsenz (Facebook, Instagram, Threads) und des Newsletters zur Bindung eines breiten, auch nicht-akademischen Publikums.
  • Organisation und Dokumentation von öffentlichen Veranstaltungen
  • Sichtbarmachung der Arbeitsstelle in überregionalen Kontexten (z. B. Auftaktveranstaltungen des Launchs des BeneluxNet in der Landesvertretung NRW beim Bund in Berlin Mai 2025).
Vernetzung und Kooperationen
  • Pflege und Ausbau der Partnerschaften mit wissenschaftlichen Einrichtungen und außerwissenschaftlichen Einrichtungen der Benelux-Staaten
  • Enge Zusammenarbeit mit belgischen, niederländischen und luxemburgischen Wissenschaftler:innen und Institutionen.

Ressourcen und institutionelle Anbindung

  • Enger Verbund mit dem Belgienzentrum (BELZ), Warburger Straße 100, D-33098 Paderborn (Raum H 2.147).
  • Personelle Trägerschaft durch ein wissenschaftliches Redaktions- und Forschungsteam, unterstützt durch Studierende des Master-Studiengangs BeNeLux-Studien.
  • Leitung der Arbeitsstelle Institut für Romanistik (Prof. Dr. Sabine Schmitz), Historisches Institut (Prof. Dr. Johannes Süßmann)