Der 1951 in Gent geborene Schriftsteller zählt zu den bekanntesten Autoren niederländischer Sprache unserer Zeit. Vielfach verknüpft er in seinen Romanen historische Stoffe mit gegenwärtigen Fragen, wie Erinnerungen an französische Pogrome gegen jüdische Gemeinden im 11. Jahrhundert („Die Fremde“, 2017) und an flämische Nationalsozialisten („Der Aufgang“, 2022). Auch in Deutschland werden Hertmans’ Romane, Gedichte und Dramen rege rezipiert. So wurde er 2024 in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung aufgenommen. Allen Interessierte bietet sich am 09.06. die Gelegenheit, diesen renommierten Autor in persönlicher Atmosphäre zu erleben.
Hertmans präsentiert einige Passagen aus seinem neuesten Roman „Dius“ in deutscher Übersetzung. Dieser handelt von einer ungewöhnlichen Freundschaft: Ein junger Kunststudent mit dem Spitznamen „Dius“ klingelt eines Tages an die Tür eines seiner Dozenten und freundet sich mit diesem an. Während anfangs noch aufregende Erlebnisse und Entgrenzungen die Geschichte bestimmen, wandelt sich die Beziehung im Laufe des Romans zunehmend ins Katastrophale. Dabei erzählt „Dius“ nicht nur von den Höhen und Tiefen des Lebens, sondern stellt auch zeitlose Fragen hinter der Oberfläche der Dinge: etwa jene nach Kunst und Inspiration, nach Ästhetik und Erleben oder nach Schreiben und Erinnerung.
